User Quint hat sich und seinen Sorento bei einem Offroad-Lehrgang geländetauglich gemacht :) Der folgende, sehr unterhaltsam geschriebene, Bericht sollte jedem Sorento Fahrer Lust auf einen Ausflug ins Gelände machen! Der Sorento von Quint hat bis auf ein paar Kratzer am unempfindlichen Unterboden keinerlei Schäden davon getragen! Viel Spaß beim Lesen!

Text und Bilder: Quint

I survived Bining

Sonntag abend, Ende Januar.

Ich habe gerade eins der geilsten Wochenenden meines Autofahrerlebens hinter mir. Auf den Tip von Fasty hin habe ich meine Frau Sonja und mich angemeldet zum Offroad-Einsteigertraining bei einer Firma namens 4x4-Adventures. Schauplatz: Das Offroadgelände in Bining, kurz hinter der Grenze bei Zweibrücken.
Ausgerüstet mit warmen Klamotten, Bergschuhen (für uns) sowie Cooper MS und Unterfahrschutz von Edelstahldesigner (für Sori) machen wir uns in Eiseskälte und Schneetreiben auf den Weg. Die erhaltene Wegbeschreibung ist sehr gut, der verschneite Feldweg zum "4x4-Adventureland" ausgeschildert.
Kurz vor dem Tor des Geländes kommt die erste Herausforderung: Schlamm, ausgefahrene Fahrspuren von bis zu ca. 35 cm Tiefe, dazwischen angefrorener Boden - klar zuviel für uns. Also müssen wir uns mit Reifen- und Fahrwerksgejammer aus der schon tiefen Spur fräsen und versetzt fahren. Einige erste harte Schläge aufs Fahrwerk, jetzt durchs Tor, wir sind da.
Auf dem Gelände: eine große Holzhütte, davor einige Fahrzeuge, anscheinend unsere Mitstreiter für den heutigen Tag. Ich schaue mir die Autos an und beginne mich noch intensiver zu fragen, ob es eine gute Idee war, hier aufzutauchen.
Ich sehe: einen Land Rover Defender 90 (also kurzer Radstand) mit Michelin ATs, einen Jeep Grand Cherokee mit Yokohama ATs, zwei Wrangler TJ 4.0 (einer mit Winde) mit Bodylift, Spacern und riesigen Goodrich MT bzw. Cooper MS sowie einen Mercedes 280 GE, ebenfalls mit MT-Reifen.
Also offensichtlich alles harte Knochen und, wie es scheint, Autos von Besitzern, denen glänzender Lack und glattes Blech nicht allzuviel bedeuten. Im Gegensatz zu mir.
Bangemachen gilt nicht, also rein in die Hütte. Holzbänke, Tische, ein Tresen. Davor Leute, die uns erwarten. Sehen wie Menschen aus. Wie nette Menschen, na also. Allgemeines Hallo und Vorstellen, außer uns noch ein weiteres Paar, Tobias und Tanja, Saarland, Grand Cherokee. Außerdem zwei schweigsame Freunde aus dem Schwarzwald (Wrangler und Mercedes G), Uwe aus Heidelberg (Landy). Hallohallo, ja, wir sind von der Mosel, ja, kalt heute. Kaffee.
Der Coach stellt sich vor. Martin. Ruhiger Typ, schlank, wetter- und nikotingegerbt. Mütze: Sahararallye El Chott. Aha. Erzählt, dass er an diversen Trialläufen teilnimmt oder genommen hat, u.a. Steinbeißertrophy, die ich aus der 4Wheel Fun kenne. Er fährt den zweiten Wrangler. Ein Profi.
Der uns anweist, alle losen Gegenstände aus den Autos zu entfernen und in die Hütte zu bringen. Nummernschilder abmontieren, sind schon viele verloren gegangen im Schlamm. Fenster bitte immer auf, aber nur halb, damit man den Arm nicht raushängt und sich am Boden abstützen will, wenn die Fuhre kippt. Sind schon viele Arme gebrochen worden so. Anschnallen immer, Geländeuntersetzung rein, Allrad zuschalten.
So, sagt der Profi jetzt, wir starten mit einer kleinen Runde übers Gelände, um die Autos wieder auf Temperatur
zu bringen. Gentlemen, start your engines.
Er fährt vor, dann der Landy, der Cherokee, wir. Das Gelände noch jungfräulich weiß und angenehm hart, wir rumpeln im Konvoi voran. Okay, denke ich mir, dann mal los. Und wie schön warm ist es im Auto. Aber nach 100 m stoppen alle, es heißt aussteigen und der Martin stellt sich hin und uns die

Aufgabe 1: Verschränkung
Ein etwa ein Meter hohes Hügelchen erhebt sich vor uns, sieht nicht sehr gefährlich aus, von uns aus gesehen. Die Abfahrt auf der anderen Seite hat es mehr in sich, verworfen und schräg. In mäßigem, aber schwungvollem Tempo auffahren und auf der Kuppe stehen bleiben, um die Verschränkungsfähigkeit unserer Wagen zu beurteilen. Martin fährt voraus, fährt wie nichts auf und bleibt oben stehen, die Achsen bizarr verschränkt – er hat ausgehängte Stabilisatoren. Dann setzt er sich wieder rein und fährt ab, der Wrangler stakst durch die Löcher wie Gevatter Storch. Uwe im Landy braucht zwei Anläufe, aha, nicht zu zaghaft sein. Der Cherokee hoppelt solide drüber, so, jetzt wir.
Unser erster Hügel. Jetzt geht’s richtig los, dafür haben wir den Wagen gekauft. Erster Gang, mittlere Drehzahl, unwiderstehliches Drehmoment. Ein Gefühl von Kraft und Freiheit. Jetzt geht es hoch, die Reifen beginnen zu arbeiten, ich fräse mich rauf, lenke rechts, um nahe am Hang die Hauptfahrspur zu umfahren, gebe noch mal Gas, die Drehzahl geht hoch, knirsch, geht hoch, wieso knirsch, oh verdammt, ich stehe.
Oder besser: liege auf dem Bauch, zwei Räder (vorne links, hinten rechts) haben keinen Bodenkontakt mehr. Ich kann durch Gewichtsverlagerung im Fahrersitz mit meinem Kia schaukeln wie ein Kind auf der Wippe. Jui, jui. Interessant. Das finden auch die anderen, die feixend daneben stehen. Schweinebande.
Coach Martin kommt. Kann passieren, sagt er. Rückwärtsgang rein, mit dem Lenkrad arbeiten, vielleicht findet er noch irgendwo Grip. Aber nein, nichts zu machen. Du siehst aus wie ein gestrandeter Wal, meint die Ehefrau.
Okay, sagt der Martin, kommen wir zum Thema Bergung. Holt den Bergegurt, 9 Tonnen, und Schäkel. Erklärt uns die Handhabung, sagt, wir schleppen in die Richtung, aus der wir gekommen sind, da wissen wir, dass es geht. Verbindet unsere Fahrzeuge, setzt sich in seines, gibt Zeichen und fährt los. Oder versucht es. Sori rührt sich nicht, Jeep wühlt, Sori liegt auf dem Bauch und bleibt da. Was jetzt?
Einer der Freunde aus dem Schwarzwald (Namen vergessen) hat ja eine Winde. Okay, nehmen wir das Thema auch durch. Windenmann holt also sein Auto und stellt es im 90 Grad-Winkel in eine sehr tiefe Fahrspur, um sich festzukeilen. Autos verbinden, Zuschauer volle Deckung, ich wieder ins Auto, Rückwärtsgang, Lenkradarbeit, die Winde fängt an. Langsam. Sehr langsam. Aber mit unwiderstehlicher Kraft. Es ruckt, es ruckt. Der Sori wird geradegezogen, die Räder greifen, ich rolle den Hügel wieder hinunter, der König der Berge ist frei. Prima, so eine Winde. Ein Blick unters Auto, Schweller sind okay, ein paar Schrammen auf den Querträgern des Leiterrahmens. Der Coach guckt auch mit, Respekt, sagt er, solider Wagenbau, schon ganz anderes gesehen. Das Leben ist schön.
Leider sagt er noch mehr. Nämlich: So, jetzt noch einmal, aber im zweiten Gang. Erst stehen bleiben, wenn die Hinterachse oben ist und du runterguckst. Windenmann sagt, na, dann bleib ich mal gleich hier. Pah, die werden mich kennenlernen.
Also wieder ein in die Kiste, diesmal gleich im zweiten und mit Schwung rauf, es gräbt, es kratzt am Rahmen, aber schwupps, bin ich oben und gleich geht’s wieder runter. Dann bleib ich stehen, um meine Hinterachse zu begucken, von wegen Verschränkung. Ein Rad hat fast keinen Bodenkontakt mehr, das andere ist komplett eingefedert. Verschränkung vorhanden, aber mäßig, Bodenfreiheit auch. Aber stabil gebaut ist unser Koreaner. Und, das weiß ich jetzt schon mal, bei zweifelhafter Traktion ist beherzter Schwung gefragt.

Nachdem ich mich gleich am ersten Hubbel festgefahren habe, scheinen die Rollen für den Tag verteilt zu sein. Nach mir überquert Windenmann mit dem vollen Testosteron seiner vier Liter Hubraum die Verschränkungspassage, den Mercedes G interessiert die Sache nicht weiter. Da ich in so glücklicher Weise das Seminar thematisch vorangetrieben habe (wie rettet man untermotorisierte Weicheier, die den Weg blockieren?), fahren wir weiter zur

Aufgabe 2: Suche nach der besten Passage / Vertrau´ Deinem Beifahrer

Der Weg führt uns leicht bergab in eine Senke, dort eine 180-Grad-Kurve. Und wieder aussteigen. Die sollten das „Aussteigerseminar“ nennen… . Obwohl alles noch leicht überschneit ist, erkennt man, dass der Boden völlig zerwühlt ist und tiefe Fahrrinnen kreuz und quer verlaufen. Einige haben Unimog-Tiefe. Dazwischen verdächtig glatte Flächen von teils mehreren Metern Länge und bis zu einem Meter Breite.
Das, sagt der Martin, ist Eis und der Feind des Offroaders. Du fährst drauf, die Platte bricht, wenn sie stark ist, schneidet sie Dir die Bremsleitungen ab, festhängen tust Du sowieso. Such einen sicheren Weg.

Gemeinsames Beratschlagen und Fährtensuchen. Wir finden eine Route, die über eine Strecke von 100 m zentimetergenaues Rangieren erfordert, auf Graten, die teilweise nur 30 cm breit sind, dann Wechseln in eine andere Spur oder auf einen anderen Grat. Wenn man sich verlenkt und in eine der Rinnen gerät – Winde.

Wie auf Kommando kommt ein Mitsubishi Pajero – heute ist auch freies Fahren für ahnungslose Unausgebildete in Mitsubishis -, dem es zu lange dauert, zu warten bis wir das Feld räumen. Der Fahrer überholt die Reihe unserer verwaisten Fahrzeuge und karjuckelt mit Schmackes ins Eis. Heißa, wie das kracht! Und wie er gräbt. Und gräbt. Immer tiefer, bis der Schweller aufsitzt.
Okay, sagt der Martin, wer möchte mal bergen? Uwe steht günstig und will auch mal mit dem grünen Gurt spielen.
Dem Pajero entsteigen zwei Herren und versinken sofort bis über die Knöchel im selbst freigelegten Schmodder. Haha, doch tiefer als gedacht, jemand einen Gurt dabei? Ehrensache, Auftritt Uwe, Pajero kommt frei und ist nur schmutzig, aber heil.

Zurück zu uns. Die Beifahrerinnen, falls vorhanden, gehen voraus, drehen sich um und dirigieren die Fahrer mit vier Handzeichen: rechts, links, gerade, stopp. Uwe wird von Martin dirigiert. Der Landy kommt problemlos durch.
Jetzt der Cherokee, Tanja lotst. Der Cherokee ist schwer und schon der dritte Wagen, der die Strecke befährt (Coach Martins Jeep, Uwes Landy sind schon drüber). Ständig rutscht er vom Grat in die Pampe, mit viel Gereibe und Gerutsche wieder zurück, noch mal, andere Seite runter, ich denke beunruhigt, der vernudelt mir das letzte bisschen Strecke. Endlich hat der Indianer sich dafür entschieden, in einer Spur statt auf einem Grat zu fahren. Das heißt, eigentlich in zwei Spuren, eine für die Vorderachse, eine ca. 50 cm versetzte für die Hinterachse. Der Fahrer gibt Gas, Cherokee pflügt auf drei Meter Breite in die richtige Richtung. Dabei kann man übrigens, habe ich später gemerkt, lenken wie man will, in tiefer Spur ists völlig wurscht. Die Lotsin flüchtet vernünftigerweise zur Seite. Nach zwanzig Metern schafft er es, sich wieder in Spur zu bringen und gräbt sich bis zum Ende durch. Aha, denke ich, so geht´s also auch.

Sonja voraus, muss jetzt einen neuen Weg suchen. Wir versuchen zuerst die vorsichtige Variante, zur Bodenfreiheit des Jeep fehlen mir schließlich bestimmt 5 cm. Aus dem gesehenen klüger geworden, fahren wir portionsweise: heikle Passagen mit relativ sicherer Traktion langsam und kontrolliert, wenn es durch die Jauche geht, mit viel Schub und bloß nie vom Gas gehen, dabei voller Körpereinsatz am Volant. Der Sori kriegt, so scheint es mir, jetzt auch richtig gute Laune. Im Matsch brüllt er und schiebt unwiderstehlich. Wenn die Karre erstmal versaut ist, ein Heidenspaß!
 

Die Fahrer, die nach mir kommen, sind wieder ohne Probleme durchgekommen. Inzwischen ist mir aufgefallen, dass beide Autos – der Wrangler von Windenmann Jochen (Name wieder eingefallen) und der G vom Schweiger mit den gleichen Firmenlogos bedruckt sind: „Touratech“. Das klingt mir irgendwie offroadig, und so frage ich nach. Ja, das ist eine Firma, die Navigationshard- und Software für Expeditionsreisen entwickelt und herstellt. Darum auch die MT – Bereifung. Prost Mahlzeit, denke ich mir, die sind ja richtig beim Einsteigertraining.
Als ich mich anmeldete, hatte ich mit Teilnehmern auf BMW X5, Nissan X – Trail, Hyundai Santa Fe und dergleichen gerechnet, und jetzt stehe ich hier mit meinem hochglanzpolierten Sorento und komme mir ein bisschen so vor wie versehentlich in einen Mad Max – Film gebeamt… . Eigentlich verblüffend, dass ich mich hier so wohl fühle.
Was zu dem Zeitpunkt allerdings noch keiner weiß, ist, dass Jochens Jeep den Tag mit geplatzten vorderen Kreuzgelenken beenden wird…

Aufgabe 3: Steil bergauf

Das Gelände von Bining ist insgesamt etwa so aufgebaut wie ein antikes Amphitheater, also in der Mitte am tiefsten, außen herum über Rampen zu erreichende Terrassen. Martin, unser Coach und seines Zeichens Trialprofi, führt uns zu einer der Rampen mit etwa 40 Grad Steigung.
Jetzt, sagt er, ist etwas Mut gefragt. Wir werden etwas üben, was jedem Geländefahrer irgendwann passiert: Der Motor verreckt in einer Steilpassage. Du stehst im Hang, hast es nicht geschafft, heraufzukommen. Der Motor aus, dein Fuß auf der Bremse. Der Untergrund seifig, kaum Grip. Einfach zurückrollen, ist gefährlich: Du hast keine Bremskraftunterstützung (weil Motor aus), vor allem aber ist Bremsen in Steilpassagen generell nicht zu empfehlen, weil die Bremsen auch mit ABS in dieser Situation sofort blockieren und du aus der Falllinie rutschst. Und im Steilstück die Spur verlieren, heißt, wahrscheinlich seitlich den Hang runterkullern. Hat jemand Vorschläge?

Betretenes Schweigen allseits. Irgendwo in der Ferne hört man Kinder spielen. Ach, glückliche Jugendzeit.

Also, sagt Martin, dem wir jetzt alle an den Lippen hängen: man macht folgendes: der Fuß bleibt auf der Bremse, der Rückwärtsgang ist drin, die Kupplung ist geschlossen (also Fuß vom Pedal). Dabei lässt Du den Motor an. Sobald Du merkst, dass der Anlasser den Rückwärtsgang greift, lässt Du die Bremse los, der Wagen hängt voll im Getriebe und Du fährst ohne zu bremsen rückwärts ab. So hältst Du die Spur, weil keine Bremse blockieren kann.
Dann erklärt er noch, wie das mit Automatikgetriebe funktioniert, aber da höre ich nicht mehr zu, weil ich schon mit geschlossenen Augen innerlich übe.

Der Coach steigt in seinen Jeep, um uns die Sache mal vorzuführen. Bitte nicht ganz auffahren, sagt er, wir bleiben im Hang an der steilsten Stelle stehen! Der Motor bollert los und führt uns vor, wie imposant es klingen kann, wenn jemand Benzin verbrennt. Er fährt also hoch, hat Traktionsprobleme, ich frage mich, ob bei dem weichen Boden heute überhaupt jemand den Hang ganz hochkommen könnte, schafft es bis zur steilsten Stelle, bleibt stehen, macht den Motor aus. Ruft zum Fenster noch einmal raus, was er jetzt tut und startet den Motor, rumpelt mit wimmerndem Getriebe wieder rückwärts ab. Scheint doch nicht so schwer zu sein.

So, der Defender aus Heidelberg. Fährt an, im Berg rubbeln und schmieren die Reifen, er schmiert sich nach oben, schafft es aber nicht ganz so weit wie der Jeep. Macht die Übung und kommt heil wieder runter. Nochmal, sagt der Martin, das geht noch weiter. Erneuter Versuch mit mehr Schwung, er kommt weiter als eben, ist schon an der Stelle, versucht es weiter, aha, er will ganz nach oben, aber es ist nichts zu machen, er bleibt stehen, wo er soll und wiederholt einfach die Übung. Gut gemacht.

Diesmal fahre ich als dritter, weil ich gerade günstig in der Reihe stehe. Die Spur ist schon schmierig, jetzt sind die Reifen gefragt. Erster Gang, Untersetzung ist sowieso den ganzen Tag drin, 2500 Umdrehungen, los. Es geht nach oben, ich fahre bis zur Markierung, kein Problem. Den Motor aus. Jetzt stehe ich also im Hang, mein einziger Halt der Fuß auf der Bremse eines Autos ohne laufenden Motor. Ein Scheißgefühl, muss ich sagen. Und das, was einem wirklich gegen alle Instinkte geht, kommt jetzt: Gang rein, Motor an, sofort Fuß von der Bremse. Das, finde ich, ist das schwerste; auf seine vermeintlich einzige Einflussmöglichkeit (das Bremspedal) gegen den Absturz verzichten und sich ganz dem Getriebe anvertrauen. Aber natürlich klappt es, schon stehe ich wieder unten.

Beim zweiten Versuch nehme ich direkt den zweiten Gang, jetzt will ich ganz nach oben, Coach hin, Coach her. Gas, Kupplung kommt, wir rennen gegen den Hang an. Schon bin ich da, wo ich eben gehalten habe, ich höre den Coach rufen, nicht ganz nach oben, ich will aber, ich will aber. Nun liege ich fast im Fahrersitz, es ist wie in den Himmel fahren, aber jetzt komme ich nicht mehr weiter, stehe unverändert auf dem Gas, der Sori tobt und schabt mit allen vier Rädern zugleich am Hang, jetzt versuche ich alle Richtungen mit dem Lenkrad bis fast zum Anschlag, um Grip zu finden, links finde ich ein wenig, wie schieben uns lächerlich langsam angesichts der Drehzahl hinauf, auf die Kuppe, wir sind drüber, der Wagen zieht nach links – ach ja, das Lenkrad -, ich habe die Terrasse erreicht. Ich bin oben. Der Sori ist oben. Und nicht der Defender. Geil. Ich fahre den Herrn der Berge.

Als ich wieder unten bin, merke ich, dass offensichtlich Wetten auf oder vielmehr gegen mich abgeschlossen worden waren, man klopft mir auf die Schulter, außer Landyfahrer Uwe, der grummelt, nächste Woche kaufe ich mir neue Reifen, die Michelin taugen nichts, das sieht man doch.

Und ich, ich denke mir, ein neues Hobby ist geboren.

Quint hat diesen Bericht auch im Forum veröffentlicht:

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